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Geschichte & Erfolge

Gründung


Aufgrund von Protokollnotizen soll bereits 1890 eine GC Tennis-Sektion entstanden sein, die jedoch im Jahre 1901 wiederaufgelöst wurde. Grund dafür war offenbar die Aufnahme von Damen als Aktivmitglieder, was von den Fussballern mit grossem Entsetzen aufgenommen wurde. Am 9. April 1915 erfolgte dann die Aufnahme des Lawn Tennis Club Zürich (LTCZ) als Sektion Tennis in den Grasshopper-Club. Tennis war damals neben Fussball und Rudern die dritte GC-Sektion. 

Die ersten Lawn-Tennisplätze wurden bereits 1892 durch den Grasshopper-Club neben den Fussballplätzen in der Enge errichtet. Ab 1902 verlegten die Grasshoppers ihren Spielbetrieb an die Neumünster-Allee. Eine geradezu verblüffende Expansion hatte die Schaffung neuer Tennisplätzen an der Samariterstrasse, oberhalb des Römerhofes zur Folge. Man spielte unter der Bezeichnung Lawn TennisClub Zürich, obwohl der Grossteil der Mitglieder auch dem Grasshopper-Club angehörten. 

100 Jahre Tennis Sektion des Grasshopper Club

100 Jahre! Grund zu feiern! Und sogleich ist beizufügen: Die Geschichte hat eine wechselvolle Vorgeschichte.

Nachdem der Tennissport gegen Ende des 19. Jahrhunderts von England kommend auf dem Kontinent Fuss gefasst hatte, wurde zunächst nur auf Privatplätzen gespielt. Auch unser Beginn fand in eher privatem Rahmen am Mythenquai, wohl in Form geselliger Sonntagstreffs, statt. Erst 1889 wurde an der Neumünsterallee unter dem Namen „Lawn Tennis Club Zürich“ ein eigentlicher Clubbetrieb auf zwei Sandplätzen aufgenommen. Fast alle Mitglieder kamen von den bereits bestehenden Sektionen Fussball und Rudern des Grasshopper Clubs. Der „Tennisverein“, wie er herablassend genannt wurde, war jedoch mit dem GC nur lose assoziiert und man löste 1897 sogar alle Bande, weil nun zunehmend auch Damen im Lawn Tennis Club Zürich aktiv wurden, und im GC eisern die Devise „men only“ galt. Dessen ungeachtet fand im Lawn Tennis Club eine rasche Expansion statt und man übersiedelte 1905 auf ein Areal an der Samariterstrasse, oberhalb des Römerhofs. Hier erfolgte der wirkliche sportliche Aufstieg. Der bisherigen westschweizerischen Dominanz wurde die Stirne geboten. So kam es wohl, dass der „Tennisverein“ im Grasshopper Club allmählich ernst genommen wurde. 1915 war es soweit: der „Lawn Tennis Club Zürich“ wurde eine Sektion des GC. Man belohnte den Schritt prompt durch einige Meistertitel. A.C. Simon und Walter Schoeller waren damals die Stars im Einzel, Herr und Frau H. Syz und Max Froehlicher im Doppel und Mixed.

Bald platzte die Sektion auch an der Samariterstrasse aus allen Nähten und man hielt Ausschau nach einer neuen Bleibe. Es muss als Glücksfall bezeichnet werden, dass 1921 das Areal an der Kartausstrasse durch eine Gruppe von Mitgliedern der Sektion erworben werden konnte. Das Land gehörte zu einem kleinen Bauerngewerbe, Scheune und Stall konnten zum Clubhaus umgebaut werden. Am 2. Juli 1923 wurde die Anlage eröffnet. Neue sportliche Spitzenleistungen liessen noch eine Weile auf sich warten bis dann Ender der Dreissigerjahre Frau Edith Böhm-Sutz (16 Meistertitel und Jost Spitzer (25 Meistertitel) nebst anderen das Feld im Schweizerischen Tennissport beherrschten. Seither ist die Reihe der Erfolge vor allem in den Interclub-Meisterschaften nicht abgerissen.

Wenn man sieht, was sich heute alles an Junioren- und Nachwuchsspielern, an Spitzenspielern sowie an „Breitensportlern“ unterschiedlichster Ambitionen und beiderlei Geschlechts auf der schönen Kartaus Anlage tummelt, ist einem nicht bange um die Zukunft der Sektion Tennis, der es seit ihren Anfängen gelingt, Spass und Sport unter einen Hut zu bringen.

Happy Birthday!

Dr. Uli Albers

2015

Impressionen anno dazumal

100 Jahre jung – die Frauen als Jungbrunnen des GC-Tennis


Zugegeben: Sie haben diese Leistung nicht ganz freiwillig erbracht, die emanzipierten Zürcher Tennisdamen der ersten Stunde. Doch wären sie nicht gewesen, so hätte die Tennis Sektion bereits vor einigen Jahren ihr rundes Jubiläum gefeiert. Tenniskenner reagieren denn auch oft erstaunt auf das mit 100 noch verhältnismässig zarte Alter der Sektion, gab es doch weltweit in der Sportart Tennis bereits vor 1900 etliche Vereinsgründungen. So übrigens auch bei GC: 1890 ging aus der Fussball Sektion die erste Tennis Sektion hervor – und wurde 1901 kurzerhand wieder aufgelöst. Der Grund: man hatte sich erlaubt, auch Damen in den Club aufzunehmen. So viel Modernität wurde damals nicht überall goutiert! Doch die tennisbegeisterten Zürcher liessen sich nicht entmutigen. Die meisten der "verbannten" Spielerinnen und Spieler schlossen sich dem Lawn Tennis Club Zürich an, der schliesslich am 9. April 1915 als dritte Sektion nach Fussball (1886) und Rudern (1902) doch noch in den Grasshopper Club integriert wurde. Zunächst in der Enge, dann in der Neumünsterallee und schliesslich an der Samariterstrasse oberhalb des Römerhofs frönte man eifrig der beliebten jungen Ballsportart. Am 2. Juli 1923 bezog die Tennis Sektion die grosszügige Anlage an der Kartausstrasse mit anfänglich sechs Sandplätzen.

Die Begeisterung für den weissen Sport war gross – bei den Aktiven wie bei den Zuschauern. Ende der 1930er Jahre wurde die Anlage auf 9 Plätze ausgebaut, 1949 kam eine grosszügige Tribüne hinzu und auch das Garderobengebäude wurde laufend den Bedürfnissen angepasst. Schon vor dem Umzug auf die Kartaus war eine bestehende Scheune zum "Tennishaus" umgebaut worden. 1956 wurde sie durch einen Anbau mit einer Lounge versehen, der ländliche Charme blieb aber erhalten und erfreut bis heute Besucherinnen und Besucher. Da international immer mehr Turniere auf Hartbelag ausgetragen wurden, entschied sich die Tennis Sektion in den früher 70er Jahren, einen Hartplatz zu bauen. Rechtzeitig zum Jubiläum wurde im Frühjahr 2015 die Tribüne durch einen Neubau ersetzt. Dies auch als Signal, dafür, dass der GC den Zuschauern auf der Kartaus weiterhin Tennis der Spitzenklasse bieten wird.

Die Erfolge, die im Tennis für GC errungen wurden, sind denn auch beeindruckend: Allein bei den NLA Interclub Meisterschaften errangen die Herren bis heute 30 Meistertitel. Die Damen brachten es auf 34 Titel, während ihrem grossen Siegeszug von 1975 bis 1982 gaben sie den Titel kein einziges Mal ab. Neben der Förderung des Spitzensportes engagiert sich der Grasshopper Club traditionell auch in der Jugendförderung: Einen besonderen Platz unter den organisierten Anlässen nimmt der Heugümper Cup mit bis zu 200 jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein.

Über die Jahrzehnte haben unzählige Persönlichkeiten den Club mitgeprägt. Sei es, dass sie den Namen GC durch sportlichen Erfolg in die Welt hinaus getragen haben, sei es durch ihren Beitrag zu einer florierenden Wirtschaft. Einer, der beides hervorragend miteinander verband ist Walter Schoeller. Er prägte den Club sein ganzes Leben lang mit seinem Engagement. Dies nicht nur in über 40 Jahren als Zentralpräsident, sondern auch als Ausnahmeportler mit einem Europameistertitel im Rudern, Meisterehren im Tennis und im Landhockey. Mit seiner Begeisterung für die verschiedensten Sportarten verkörperte er den polysportiven Geist des GC bis zu seinem Tod. Lebendiger Ausdruck seiner Philosophie sind die Freundschaftsbegegnungen mit dem Heidelberger Tennis Club: Auf einer Geschäftsreise in Deutschland klopfte Schoeller 1961 beim HTC an und fragte, ob es möglich sei, eine Partie Tennis zu spielen. Er wurde so freundlich aufgenommen, dass er eine Delegation des HTC zu einem Gegenbesuch nach Zürich einlud. Die gegenseitigen Besuche im zweijährigen Turnus sind heute zu einer geliebten und gelebten Tradition geworden.

Wenn es uns gelingt, auch künftigen Generationen unsere Traditionen und die Art und Weise, wie wir unsere Freude am Tennis und Freundschaften leben, weiter zu vermitteln, wird der Grasshopper Club noch viele Jubiläen und hoffentlich auch viele Erfolge feiern dürfen.

Thomas Wetzel  und Rolf Dörig

Kartaus-Anlage


Am 2. Juli 1923 erfolgte die Übersiedlung auf neue Plätze an der Kartausstrasse. Der Bezug dieser neuen GC-Heimstätte fiel leider mit einem leichten Verblassen der GC-Tennis-Sterne zusammen. In der ins Grüne eingebetteten, schönen Anlage entwickelte sich bald der Auftakt zu einer erspriesslichen Phase des GC-Damentennis, dem anfangs der dreissiger Jahre ein Hattrick beim schweizerischen Interclub-Championat gelang. Als beste GC-Spielerinnen jener Zeit galten R. Schardt, G. Schoeller, Dyrenfurth, Steinfels, E. de Hesselle, Aubert, C. Lang und H. Syz.

Diverse Meistertitelgewinne in früheren Jahren


Mit total 145 Titel-Gewinnen in den Jahren 1905 bis 1985 triumphierten die Spieler und Spielerinnen vom Grasshopper-Club in den obersten Landes-Spielklassen: je 58 bei den Damen und den Herren, sowie 29 im Mixed. Bei Berücksichtigung der Championnats ausserhalb des A-Bereiches kommen noch 125 Meistertitel hinzu, was für die Sektion Tennis im GC insgesamt 270 nationale Titel ergibt. In den verschiedenen Serien und Ligen im Interclub wurde GC total 24 mal Meister. 

Aus der Fülle über durchschnittlicher Tennisspieler und -spielerinnen im Grasshopper-Club ragten drei Personen zweifellos heraus zwischen 1939 und 1952: Edith Sutz, die in jenen Jahren insgesamt 22 mal Landesmeisterin wurde; Jost Spitzer mit total 30 nationalen Meistertiteln in der Zeitspanne 1940 bis 1952; und René Buser, der von 1945 bis 1956 24 Schweizer Meistertitel gewann. 

Nicht überall ist bekannt, dass Heinz Günthardt Mitglied der Tennis-Sektion im Grasshopper-Club ist. Zwischen 1976 und 1986 war Heinz nicht nur die klare Nummer 1 im nationalen Tennis, sondern auch das einzige Schweizer Aushängeschild auf internationaler Ebene. Meilensteine seiner Tenniskarriere waren die fünf Grand-Prix Siege in Springfield (1978), Rotterdam (1980), Johannesburg (1980), Gstaad(1980) und Toulouse (1983).

NLA GC-Interclub-Meistertitel von den Herren und Damen

IC-Meistertitel zwischen 1911 und 2018